Mit der Einführung vom Elterngeld wollte die Bundesregierung einen Anreiz schaffen damit wieder mehr Kinder zur Welt kommen. Doch seit etwa 40 Jahren hat sich an der Geburtenrate nichts geändert, die pro Frau konstant bei 1,4 Kindern liegt. In einer Studie wurde zwar ermittelt, dass den meisten Frauen Beruf, Freunde und Hobbys wichtiger sind als eigene Kinder aber ein entscheidender Grund für das „Nein“ zu Kindern ist auch der Mangel an Kindertagesstätten. Neben der Einführung vom Elterngeld und der Erhöhung vom Kindergeld wird Mitte dieses Jahres auch das umstrittene Betreuungsgeld eingeführt. Das Betreuungsgeld bekommen Eltern, wenn sie ihr Kind ab dem 15. Lebensmonat selbst betreuen und in den ersten drei Lebensjahren und auf eine staatlich geförderte Betreuung verzichten.

Betreuungsgeld ist für die wenigsten eine Alternative

Für die Betreuung der Kinder, bis zum 36. Lebensmonat, sollen die Mütter jeden Monat 100 Euro bekommen. Für Eltern die ausreichend Geld haben ist das bestimmt ein verlockendes Angebot aber was ist mit den jungen Familien oder alleinerziehenden Müttern die sowieso schon jeden Cent dreimal umdrehen müssen bevor sie ihn ausgeben. Mit Elterngeld, Betreuungsgeld und Kindergeld kann ein vollwertiges Einkommen nicht ersetzt werden. Nur die wenigsten Eltern sind finanziell in der Lage auf ein Einkommen zu verzichten. Folglich müssen sie für ihr Kind einen Platz in einer Kindertagesstätte in Anspruch nehmen. Aber wie kommt man an einen der heißbegehrten Plätze in so einer Einrichtung. Jedes Kind hat ein Recht auf einen Kita-Platz aber die Wartelisten sind lang. Die vorhandenen Kindertagesstätten reichen bei weitem nicht aus um alle Kinder deren Mütter wieder arbeiten gehen wollen oder müssen unterzubringen.

Arbeitgeber und Gewerkschaften sprechen sich gegen das Bettreuungsgeld aus

Der Staat muss Milliardenbeträge bereithalten um das Betreuungsgeld zu finanzieren. Es ist aber jetzt schon abzusehen dass die meisten Frauen sobald sie für ihr Kind einen Platz in einer Kita bekommen wieder arbeiten gehen. Zum einen weil sie qualifiziert sind und zum anderen weil sie auf ein eigenes Einkommen nicht verzichten können. Wer Glück hat kann sein Kind bei den Großeltern unterbringen, die ihre Enkel in der Regel gerne betreuen. Das Betreuungsgeld können die Eltern auch erhalten, wenn das Kind von anderen Personen betreut wird. Die Bundesregierung hätte das Geld besser für den Bau bzw. Ausbau von Kitas verwendet, denn mit dieser Lösung wären alle Eltern zufrieden. Auch Arbeitgeber und Gewerkschaften sind mit dem Betreuungsgeld nicht einverstanden, denn sie sehen darin einen Rückschritt der die wichtigen Ziele der Arbeitsmarkt-, Bildungs- und Familienpolitik gefährdet. Für die frühkindliche Bildung ist eine Kita ideal, vor allem wenn die Kinder aus sozial schwachen Familien kommen. Empfänger von Hartz-IV können das Betreuungsgeld beantragen, es wird ihnen aber auf das ALG II angerechnet, sodass sich ihr Einkommen nicht erhöht.