Als dem Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg im Februar 2011 der Doktortitel aberkannt wurde hat Frau Schavan ihm den politischen Todesstoß versetzt. Jetzt wo ihr selbst der Doktortitel aberkannt wurde wehrt sie sich vehement dagegen ihr Amt niederzulegen. Der Grund für den Verlust vom Doktorgrad ist beiden gleich, in ihren Doktorarbeiten wurden Plagiate gefunden. Bei Frau Schavan waren es zwar nicht so viele wie bei zu Guttenberg, der ja seitenweise abgeschrieben hat. Die Plagiate von Frau Schavan werden als Mini-Plagiate bezeichnet. Trotzdem war das ein Verstoß gegen die handwerklichen Regeln der Wissenschaft. Viele deutsche Bürger stehen hinter ihr, weil sie als Wissenschaftsministerin bisher gute Arbeit geleistet hat. Aber, hat Herr zu Guttenberg seine Arbeit als Bundesminister der Verteidigung nicht auch gut gemacht?

Ein gefundenes Fressen für die Gegner

Für die Gegner von Frau Schavan sind die Plagiatsvorwürfe und die Aberkennung vom Doktortitel ein gefundenes Fressen. Als Vertraute der Bundeskanzlerin war sie eine der ersten erfahren hat dass zu Guttenberg der Doktortitel aberkannt wurde. Dass sie sich darüber angeblich gefreut hat war Wasser auf die Mühlen ihrer Gegner. Mit ihrer Aussage dass sie sich als Wissenschaftlerin für zu Guttenberg schämt hat sie sich nicht gerade Freunde gemacht und so ist es kein Wunder dass sich viele Menschen heute wieder daran erinnern. Die CDU ist der Meinung, dass es nicht auf einen Doktorgrad, sondern auf die fachlichen Qualitäten ankommt. Die Opposition hingegen ist dafür, dass bei Frau Schavan ihren Schreibtisch räumt.

Von Selbstzweifeln fehlt jede Spur

Frau Schavan ist auch nur ein Mensch aus Fleisch und Blut und mit Sicherheit macht sie auch Fehler, aber leider kann sie diese nicht zugeben und auch mit Kritik nur schwer umgehen. Rechthaberisch und siegesgewiss hat sie der Universität Düsseldorf den Kampf angesagt noch bevor diese ein Urteil gefällt hatte. Selbstzweifel wie sie Wissenschaftlern eigen sind hat sie nie geäußert, sondern unbescheiden festgestellt, dass sie diesen Kampf der Wissenschaft schuldig sei. Die Gegner von Frau Schavan würden sich freuen wenn sie ihr Amt sofort niederlegt. Hinter vorgehaltener Hand wird auch schon über mögliche Nachfolger geredet. Ihre Parteigenossen werden sie zumindest bis zur Bundestagswahl im Amt halten wollen. Mit ihrer sauberen Arbeit und ihrer Sachlichkeit hat sie sich in allen Ämtern die sie bisher innehatte einen hervorragenden Ruf erworben.

Die Vergangenheit einfach ruhen lassen?

Es wird erwartet, dass die Anwälte von Frau Schavan die Klage einreichen. Bis das Verfahren abgeschlossen ist können Monate oder Jahre vergehen. Vielleicht glätten sich in dieser Zeit die Wogen. Zwei Fragen bleiben aber noch offen: Warum verjähren Straftaten mit denen viel mehr Unheil angerichtet wird, als mit Plagiaten? Wäre es nicht an der Zeit auch so eine Verjährungsfrist für Plagiate in Doktorarbeiten einzuführen? Nach über 30 Jahren mit Plagiatsvorwürfen zu kommen grenzt schon an Erbsenzählerei.

Bildquelle: © Gerd Altmann / pixelio.de