Nach Irland, Portugal, Spanien, Italien und Griechenland, benötigt mit Zypern der nächste Staat finanzielle Unterstützung zur Bewältigung der Haushaltskrise. Aus der Hauptstadt Nikosia wurde die Forderung nach 300 Millionen Euro laut, da sonst eine Zahlungsunfähigkeit droht. Regierungsmitarbeiter sollen bereits im Dezember auf ihr Geld verzichten, damit dem Staat noch etwas „Luft zum Atmen“ bleibt. Allerdings ist fraglich ob diese Maßnahme alleine reicht, denn laut aussagen des Finanzministerium ist man dringend auf die Hilfe aus dem Euroraum angewiesen. Rechnungen könnten sonst nicht gezahlt werden und auch anstehende Schuldrückzahlungen drücken die Staatskasse gewaltig ins Minus.

Die einzige Maßnahme die bliebe wäre die Verweigerung der Lohnzahlung an die Angestellten des Staates, ansonsten habe man keinen Plan B, ließ das Parlament in Nikosia wissen. Solche Aussagen erhöhen natürlich den Druck auf die Troika der Europäischen Union, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds. Zur Zeit laufen die Verhandlungen zwischen dem Parlament und der Troika , bei denen auch schon ein Teilerfolg erzielt werden konnte. Die ursprüngliche Forderung der Zyprioten belief sich nämlich auf 420 Millionen Euro, konnte allerdings durch Einzahlung externer Quellen bereits deutlich verkleinert werden. Die Troika untersucht noch bis zum 21. Januar den genauen Finanzbedarf des Mittelmeerlandes, denn noch Ende November wurde ein Gesamtbedarf von bis zu 17 Milliarden Euro für eine Vierjahresperiode bis einschließlich 2016 gefordert. Gerade weil diese Summe dem gesamten Bruttoinlandsprodukt des Landes entspricht, müssen die Zahlen ganz genau geprüft werden. Selbst wenn die Auszahlung der Summe durch die Troika Zustimmung finden würde, könnte Zypern nicht endgültig aufatmen, denn bis der Betrag überwiesen ist, werden noch einige Wochen vergehen.

So bleibt also abzuwarten wie Zypern die nächste Zeit seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen wird. Neben den eingefrorenen Gehältern der Staatsbediensteten versucht man auch bei den Staatsunternehmen an kurzfristige Darlehen zu kommen. Diese sollen aus ihren Pensionskassen Geld an den Staat verleihen und so für kurzfristige Liquidität sorgen.

Einen alten aber sehr interessanten Artikel zum Thema Griechenland und EU findet ihr hier http://www.online-broker-vergleich.org/das-dauerthema-griechenland-und-der-euro/

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