Das deutsche Bildungssystem ist anscheinend besser als vermutet, denn die heutigen Schulabgänger können bessere Abschlüsse vorweisen als ihre Eltern. Dieses Ergebnis wurde in einer Studie vom Institut der Deutschen Wirtschaft präsentiert. Die deutschen Schüler machen Fortschritte. Der Anteil an Gymnasiasten ist gestiegen. Besonders stark gestiegen ist er bei Schülern deren Eltern keine Akademiker sind. Kinder deren Väter keinen Beruf erlernt haben besuchen heute Schulen die zum Abitur führen. Kinder deren Eltern nur eine normale Lehre gemacht haben sind an Gymnasien ebenfalls stark vertreten. Von der Bildungsexpansion haben Schüler aus bildungsfernen Familien stark profitiert.

OECD-Studie ist nicht realistisch

In der OECD-Studie aus 2012 wurde noch gewarnt, dass die heutigen Schüler einen niedrigeren Bildungsstand hätten als ihre Eltern. Hier ist allerdings zu beachten, dass die Studie nur bei 25- bis 34-jährigen durchgeführt wurde. Aber gerade in Deutschland haben in dieser Gruppe viele ihr Studium noch nicht abgeschlossen. Für Migranten ist die Studie vom Institut der Deutschen Wirtschaft ebenfalls positiv ausgefallen. Die in Deutschland geborenen Kinder haben allerdings wesentlichbessere Chancen auf einen Bildungsaufstieg, als Kinder ohne Migrationshintergrund. Leider wurde auch festgestellt, dass gerade bei kinderreichen Familien und Kindern von Alleinerziehenden die Bildungsmobilität nach oben nicht klappt. Hier könnten Ganztagsschulen Abhilfe schaffen, denn oftmals liegt es daran, dass den Müttern zu wenig Unterstützung angeboten wird.

Sind offene Ganztagsschulen nur Aufbewahrungsstätten?

In den vergangenen Jahren sind etwa 15 000 Ganztagsschulen entstanden, davon sind allerdings 12 000 offene Ganztagsschulen. Lehrkräfte und Sozialpädagogen bemängeln, dass es sich bei den offenen Ganztagsschulen eher um Aufbewahrungsstätten handelt. Die Kinder werden wie gewohnt am Vormittag von den Lehrern unterrichtet und danach werden sie von Honorarkräften betreut. Das Mittagessen bringt ein Caterer, die Hausaufgabenbetreuung übernehmen Hausfrauen die dadurch ihre Haushaltskasse auffüllen und für die aktive Freizeitbeschäftigung werden beispielsweise Fußballtrainer eingespannt. Dieser Mischmasch ist pädagogisch betrachtet verheerend für die Kinder. Die Gruppen ändern sich ständig und auch die Ansprechpartner wechseln zu oft. Außerdem wirdin der offenen Ganztagsschule ineffizient gelernt weil die Inhalte aus der Schule nicht mit der Nachmittagsbetreuung abgestimmt werden. Effizient wäre, wenn die Kinder den ganzen Tag im Wechsel lernen und sich frei beschäftigen könnten aber die Schulen können den Nachmittagsunterricht nicht organisieren weil ihnen dafür keine Mittel zugesprochen werden.

Ist die offene Ganztagsschule eine Mogelpackung?

Die meist angesehene Ganztagsschule ist eine Mogelpackung. Bei den meisten Eltern entsteht der Eindruck, dass die Schule auch für das Nachmittagsprogramm zuständig ist. Die Schulen stellen aber nur die Räumlichkeiten zur Verfügung. Wenn die Ganztagsschulen wirklich das wären was der Name suggeriert könnten die deutschen Schüler mit einem viel höheren Bildungsstand glänzen.